Sie gehören zu den Groen der Geschichte: die Eroberer. Ohne sie wäre Rom kein Weltreich geworden würde man in Mexiko nicht spanisch sprechen und gäbe es vielleicht noch immer ein Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation. Doch was verband Männer wie Julius Caesar Wilhelm den Eroberer Hernn Corts und Napolon Bonaparte Was trieb sie an sich zu Herrschern über Gallien England Mexiko oder Europa zu erheben Und was bedeuteten ihre Feldzüge für die Menschen in den von ihnen unterworfenen Gebieten
Die Lange Nacht der Eroberer zeigt die Porträts von vier Männern die mit der Macht ihrer Soldaten den Lauf der Weltgeschichte veränderten.
zu Teil 1:
Julius Casear
Im Jahr 59 vor Christus mit 40 Jahren wurde Julius Cäsar ins höchste Amt der Römischen Republik gewählt: Seine einjährige Amtszeit als Konsul war umstritten er hatte Mitkonsuln verprügeln und gegnerische Senatoren einsperren lassen um neue Gesetze durch den Senat zu bringen. Für die Zeit danach hatte er jedoch beizeiten vorgesorgt.
Er lie sich vom Senat für fünf Jahre zum Statthalter Roms in den Provinz Illyricum Gallia cisalpina in Norditalien und Gallia transalpina in etwa die heutigen Provence ernennen. Ein geschicktes Manöver wie der Historiker Roland Mellor anmerkt: Ein solcher Posten hatte für Caesar groe Vorteile. So lange er Statthalter war konnte er wegen seiner früheren Vergehen nicht angeklagt werden. Deswegen wollte er Rom als Statthalter verlassen.
Dem neuen Statthalter war der Norden Galliens weithin unbekannt. Insgesamt lebten damals etwa 10 Millionen Menschen in dem Gebiet so heutige Schätzungen. Doch Gallien war nur ein geographischer kein politischer Begriff. Der Historiker Adrian Goldsworthy sagt: Es ist eine falsche Vorstellung dass Cäsar gegen eine gallische Nation kämpfte. In Gallien gab es eine Vielzahl von Stämmen und Königreichen die eine ähnliche Sprache und Kultur besaen aber nicht vereinigt waren.
Unmittelbar nach seiner Amtsübernahme in den Provinzen ergab sich für Caesar die gewünschte Gelegenheit für einen Krieg. Im Frühjahr 58 v. Chr. verlieen die Helvetier ihre Heimat in der heutigen Schweiz um in Gallien neuen Siedlungsraum zu finden. Der Zug der Helvetier war für Caesar ein casus belli. Umgehend mobilisierte er die Provinztruppen und lie eilig zwei neue Legionen ausheben.
Der Sieg gegen die Helvetier war erst der Auftakt. Caesars Armeen wandten sich nun gegen die Belgier im Norden Galliens. Sie erwiesen sich als schwierige Gegner: In der Schlacht an der Sambre brachte der Stamm der Nervier die römischen Linien ins Wanken. Erst Caesars persönliches Eingreifen soll die Schlacht zu Gunsten der Römer entschieden haben.
Nach der Einschätzung des Historikers David Markham durchaus keine bertreibung: Caesar war ein Befehlshaber der mitten drin war. Er eilte immer zu dem Abschnitt der seine Hilfe am meisten brauchte. In schwierigen Schlachten sah man ihn oft zu Fu. In seinem purpurnen Umhang trieb er die Soldaten an und kämpfte notfalls selbst. Seine Soldaten liebten ihn dafür und folgten ihm überall hin.
Caesars Erfolg beruhte auf der Fähigkeit andere von sich zu überzeugen auch in der Heimat. Nach Rom meldete er stolz ganz Gallien sei nun befriedet ergo unter römischer Herrschaft. Aber gegen die Fremdherrschaft formierte sich zunehmend Widerstand. Im Gebiet der heutigen Bretagne erhob sich zuerst der Stamm der Veneter gegen die Besatzung.
Der Feldherr reagierte mit äuerster Härte wie der Historiker Adrian Goldsworthy beschreibt: Caesar hatte Angst vor weiteren Aufständen. Daher statuierte er ein brutales Exempel und lie die Anführer der Veneter alle hinrichten. Er wollte die anderen Stämme einschüchtern. Jeden Widerstand im Keim ersticken: Eine Methode die Caesar kurz danach auch im Südosten Galliens am Rhein anwendete.
Als die germanischen Stämme der Usipeter und Tencterer den Rhein überquerten und römische Truppen überfielen setzte Cäsar wieder seine Legionen in Bewegung. Auch diesmal wollte er den Feind nicht nur besiegen sondern vernichten sagt Adrian Goldsworthy: Es gab furchtbare Greueltaten. Seinen eigenen Berichten zufolge lie er Männer Frauen und Kinder töten. Die berlebenden wurden versklavt.
Eine Strafexpedition war es auch die Caesars Flotte im August 55 v. Chr nach Britannien führte. Angeblich sollten britische Stämme die Aufständischen Gallier im Kampf gegen Rom unterstützt haben. Tatsächlich war die Landung ein Propangadacoup für die ffentlichkeit in Rom. Nie zuvor hatte ein römischer Feldherr gewagt seine Soldaten in das unbekannte und sagenumwobene Land zu führen.
Die römische Präsenz in Britannien währte kurz. Noch vor Anbruch des Winters kehrte Caesar nach Gallien zurück. Ein Jahr später im Jahr 54 vor Christus wagte der Eroberer eine neue Expedition nach Britannien. Er erzielte militärische Erfolge doch eine dauerhafte römische Herrschaft in Britannien konnten seine Soldaten nicht erkämpfen. Auch die Kriegsbeute blieb hinter den Erwartungen zurück.
Zurück in Gallien wurde Caesars Kriegsglück auf eine harte Probe gestellt. In Mittel und Nordostgallien brach ein weiterer Aufstand gegen die Besatzung los. Im Stammesgebiet der Eburonen wurde eine römische Legion völlig aufgerieben. Von dem anschlieenden Vernichtungsfeldzug berichtet Caesar stolz nach Rom der Widerstand der Barbaren aber war ungebrochen.
Die Ermordung römischer Händler geriet im folgenden Jahr zum Fanal für den allgemeinen Aufstand gegen Rom. Erstmals begegnete Caesar einer geeinten Front gallischer Stämme unter Führung des Avernerfürsten Vercingetorix. ber 300.000 Gallier sollen seinem Ruf gefolgt sein. Es war das einzige Mal dass die reichsten und bedeutendsten keltischen Stämme Galliens gemeinsam gegen Caesar kämpften sagt Goldsworthy.
Tatsächlich gelang den Kämpfern des Vercingetorix ein berraschungserfolg: Bei Gergovia südlich von Avaricum musste Caesar erstmals einen empfindlichen Rückschlag hinnehmen. Am Ende jedoch streckte der Avernerfürst die Waffen. Sechs Jahre später wurde er im Triumph durch Rom geführt und schlielich hingerichtet.
Das Kriegsglück blieb Caesar zunächst treu. Drei Jahre nach der Schlacht von Alesia marschierte er an der Spitze seiner Legionen in Italien ein und erhob sich zum Alleinherrscher des Römischen Reiches. Doch seine Gier nach Ruhm und Macht geriet ihm schlielich zum Verhängnis. An den Iden des März 44 vor Christus wurde Caesar ermordet von Verschwörern die die Diktatur nicht dulden wollten.
Wilhelm der Eroberer
Aller Begehrlichkeiten mächtiger Nachbarn zum trotz überlebte Wilhelm und hielt sich an der Macht vor allem Dank des französischen Königs Heinrich I. der ihn gegen seine Rivalen unterstützte. Der Historiker Scott Waugh erklärt: Wilhelm kämpfte die ganze Zeit um seine Macht zu sichern und auszubauen. Er musste die Barone und Ritter der Normandie dazu bringen ihm zu gehorchen seine Führung anzuerkennen.
In einer endlosen Reihe von Kleinkriegen festigte Wilhelm seine Macht im Herzogtum. 1060 mit 32 Jahren war er der unbestrittene Herrscher der Normandie. Jetzt richtete sich sein Blick nach auen auf England. Dessen König ist Eduard der Bekenner war ein entfernter Verwandter Wilhelms. Seine Hoffnungen auf den englischen Thron gingen nach Eduards Tod jedoch nicht in Erfüllung: Der angelsächsische Adel wollte keinen Normannen auf dem Thron.
Stattdessen lie sich der Angelsachse Harold Godwinson zum König krönen. Harold jedoch war eigentlich durch einen Treueid Wilhelm verpflichtet. Für den Normannenherrscher ein klarer Verrat. Der Historiker Richard Jones beschreibt die Szene: Als Wilhelm die Nachricht über Harolds Krönung erreichte rief er einen Rat der mächtigsten normannischen Adligen zusammen und unterbreitete ihnen seine Pläne für eine Invasion Englands.
Der Groteil des normannischen Adels unterstützte Wilhelms Plan. Aus der Bretagne und Flandern strömten Söldner zu Wilhelms Heer. Am Ende waren es rund 7000 Mann. Wilhelm lie Schiffe bauen und zog eine Flotte von 700 Schiffen zusammen die sein Heer und über 2000 Pferde nach England brachte: eine logistische Meisterleistung.
Einen wichtigen Erfolg verbuchte Wilhelm schon vor der Schlacht: Es gelang ihm Papst Alexander II. davon zu überzeugen den Bruch des Treueids durch Harold zu verurteilen den neuen König mithin als illegitim zu diffamieren. Der Papst wiederum erhoffte sich von einem Sieg Wilhelms mehr Einfluss auf die englische Kirche.
Die siegreiche Schacht von Hastings am 14. Oktober 1066 bei der Harold getötet wurde löste die angelsächsischen Könige ab und Wilhelm gründete eine neue königliche Dynastie auf englischem Boden. Den entscheidenden Vorteil hatte die Organisation des Militärs gebracht: Während Harolds Heer zum Groteil noch aus einfachen Futruppen bestand rekrutiert aus dem Volk verfügte Wilhelm über ein normannisches Ritterheer dessen Kern adlige Berufskrieger bildeten.
Nach dem Sieg erwartete Wilhelm die Adeligen würden sich ihm freiwillig unterwerfen. Als nichts geschah marschierte er am 20. Oktober mit seiner Armee weiter. Durch gezielten Terror brach Wilhelm den Widerstand der führungslosen Angelsachsen. Bis Ende November 1066 unterwarf er den gesamten Südosten Englands. Anfang Dezember rückte er auf London vor. Schlielich boten ihm die Groen des Landes die Krone an.
In der Londoner Westminster Abbey wurde Wilhelm an Weihnachten 1066 zum englischen König gekrönt. Einmal im Amt belohnte Wilhelm seine Gefolgsleute reichlich. Er konfisziert die Güter der besiegten Gegner und gibt sie als Lehen an seine Ritter. Auch in der englischen Kirche übernehmen Normannen die führenden Positionen.
Als strategische Zentren und Symbole seines Herrschaftswillens lie Wilhelm überall im Land Burgen auf kreisrunden künstlichen Hügeln errichten erst aus Holz später aus Stein. Sie prägten das Bild der englischen Landschaft im 11. Jahrhundert. Zu ihnen gehört auch Englands berühmtestes Bauwerk: der Tower von London.
Am Morgen des 9. September 1087 erlag Wilhelm der Eroberer Herzog der Normandie und König von England einer Verletzung die er im Kampf erlitten hatte. Er war 59 Jahre alt. Seither haben viele versucht ihm nachzueifern. Aber weder der Armada des spanischen Königs noch den Streitkräften Napoleons ist es gelungen England zu erobern.
zu Teil 2:
Hernán Corts
Hernan Corts 1485 in der nordspanischen Stadt Medellin geboren studierte Rechtswissenschaften in Salamanca war jedoch mit dem Leben in der Provinz unzufrieden. Er wollte lieber einer jener Männer sein die auf den Spuren von Kolumbus ihr Glück im Amerika suchten. 1512 schloss er sich Diego Velasquez an der die Insel Kuba für die spanische Krone kolonisierte. Rasch gelangte Corts in führende Positionen. Mit 25 Jahren wurde er Sekretär und Schatzmeister von Valesquez dem ersten Gouverneur von Kuba.
Mit 30 Jahren war Cortez ein gemachter Mann. Doch 1518 witterte er die Chance auf die er gewartet hatte. Valesquez sendete ihn zu einer Expedition an die Küste Mexikos aus. Mit dem Auftrag vor Augen lie sich Cortes jetzt versehen mit dem Titel eines Generalkapitäns nicht mehr bremsen. Ehe der Gouverneur noch seine Meinung ändern konnte und das schien angesichts der beginnenden Rivalität zwischen den beiden Männern durchaus zu befürchten organisierte er die Schiffe Mannschaften und Soldaten.
Am 22. März 1519 erreichte die Flotte die MayaStadt Potonchan. Cortes entschloss sich die mangelnde Gastfreundschaft der Mayas mit Waffengewalt einzufordern. Ein ungleicher Kampf. Besonderen Schrecken verbreiteten die spanischen Kampfhunde die auf Menschen abgerichtet waren. In Südamerika waren Hunde ebenso unbekannt wie die Pferde der Spanier.
Auch die Kanonen der Spanier entfalteten mehr psychologische als tatsächliche Wirkung. Nach kurzem Widerstand gaben die Mayas auf und übergaben den Siegern zum Zeichen der Unterwerfung Geschenke: Verpflegung Gold und zwanzig Frauen. Cortes aber wollte mehr: Längst waren ihm Geschichten von einen mächtigen Herrscher namens Montezuma zu Ohren gekommen und seinem sagenhaften Aztekenreich.
Auf der Suche nach dem Gold der Azteken setzte Corts seine Reise schon nach kurzer Zeit fort. Zur berraschung der Spanier schlossen sich ihnen abtrünnige Stämme an die mit ihnen gegen Montezuma kämpfen wollten. Nach weniger als neun Monaten hatte Corts die Aztekenhauptstadt Tenochtitlan erreicht. Er lie Montezuma gefangen nehmen und zwang ihn zur Unterwerfung.
Zweieinhalb Jahre später hatte er ganz Mexiko mit blutigen Massakern in seine Gewalt gebracht und sich auch seines Rivalen Verlasquez erfolgreich erwehrt. Die erhoffte Ernennung zum Viezekönig von Mexiko blieb Corts zeitlebens verwehrt. Am 2. Dezember 1547 starb der Eroberer bei einem Besuch in Spanien kurz vor einer neuerlichen Reise nach Mexiko.
Napoleon Bonaparte
1804 schockierte Napoleon das absolutistische Europa indem er sich selbst zum Kaiser der Franzosen krönte. Der einstige Revolutionär verwandelte das Land in eine Mischung aus Monarchie und Diktatur. Der Adel Europas erstarrte. Andere wie Johann Wolfgang von Goethe waren von ihm fasziniert. Im Gedächtnis blieb bis heute vor allem der Feldherr Napoleon.
Um seine Herrschaft zu sichern bereitete Napoleon 1805 die Invasion Englands vor dem scheinbar einzigen Land das ihm gefährlich werden konnte. Aber weder Napoleon Bonaparte noch seine Grand Arme sollten nach England gelangen. Im August 1805 verlieen seine Truppen die Kanalküste und marschierten nach Mitteleuropa.
Der britische Premierminister William Pitt hatte Verbündetet gefunden im Umfeld des russischen Zaren Alexander I. Und auch sterreich hatte sich der Koalition gegen Napoleon angeschlossen. Der Habsburger Kaiser Franz I. war ohnehin ein erbitterter Gegner Napoleons denn seine Soldaten waren bereits 1800 vernichtend von den Franzosen geschlagen worden.
Anfang September 1805 fiel der österreichische General Mack von Leiberich mit 72.000 österreichischen Soldaten in das mit Frankreich verbündete Bayern ein. Zur selben Zeit eroberten verbündete Streitkräfte Hannover und marschierten im gegnerischen Italien ein. Ziel war es Napoleon zu umzingeln. Mit doppelt so vielen Männern Pferden und Kanonen wie die Grand Arme schien die Koalition unschlagbar.
In einer Blitzkampagne erreichte Napoleon in weniger als sechs Wochen die Donau und forderte General Mack heraus. Hatte Mack zunächst noch auf die Unterstützung durch die herbeieilenden Russen gehofft wurde er bald eines verheerenden Fehlers gewahr: Die Russen nutzten den julianischen Kalender der dem in Mitteleuropa gebräuchlichen gregorianischen Kalender um zwölf Tage hinterherhinkte. Eine Tatsache an die offenbar niemand gedacht hatte.
Am 20. Oktober sah sich General Mack zur Kapitulation gezwungen. sterreich verlor die Hälfte seiner gesamten Armee. Mitte November gelang der Grand Arme die kampflose Einnahme der Hauptstadt sterreichs. Kaiser Franz I. war geflogen und hatte seine Reichtümer dem Feind überlassen.
Im November kam es bei der Stadt Austerlitz zur Entscheidungsschlacht. Die russischen und österreichischen Streitkräfte hatten sich zu einer einzigen riesigen Armee zusammengeschlossen fast 100.000 Soldaten standen unter dem Befehl von General Mikhail Kutusow. Doch während der General auf Verstärkung warten wollte drängte der Zar auf Angriff.
Am Ende beschloss die Koalition die französische Armee zur Donau zurückzudrängen Napoleon hielten die Militärs für geschwächt. Ein verhängnisvoller Irrtum. Tatsächlich hatte Napoleon bereits für Verstärkung gesorgt und den Angriff erwartet. Der Sieg in Austerlitz war nur der Auftakt zu einem jahrelangen Siegeszug in dem Napoleon nahezu ganz Europa unter seiner Gewalt brachte.
Am Ende war es einmal mehr die Gier die einen Eroberer zu Fall brachte: 1812 griff Napoleon mit einer neuen Grande Arme das Reich der Russen an und verlor am Ende alles. Der einst mächtigste Mann Europas starb auf einer einsamen Atlantikinsel als Gefangener der Engländer.
Technisches:
Je Teil ca.:
Format : AVI
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Spielzeit : 1h 16min
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