(1/5) Die Erde in Aufruhr
Im November 1963 gebar die Erde neues Land. Eine kleine Insel vor Island tauchte aus der Tiefe des Ozeans auf, Surtsey. Auf Surtsey erleben wir, wie sich Leben das feste Land erobert. Der Ausbruch des Mount St. Helens in den USA wurde nicht nur in spektakulären Bildern festgehalten. Diese Vulkanexplosion wurde auch zu einem Markstein der Erforschung des Vulkanismus und für Maßnahmen der Überwachung. Die größte Anzahl von Vulkanen befindet sich am Grunde der Ozeane. Denn dort steigt an Plattengrenzen der Erdkruste Magma aus der Tiefe auf. Die 'black smokers', die 'Schwarzen Raucher', sind Vulkanschlote. Es war eine große Überraschung, dass es an diesen extremen Stellen von Leben wimmelt. Auch auf anderen Himmelskörpern in unserem Sonnensystem sind Vulkane aktiv. Könnte sich dort primitives Leben entwickelt haben? Noch muss die Frage offen bleiben.
(2/5) Kunde vom Anfang der Welt
Dieses Mal geht das Team um den französischen Vulkanologen Jacques Durieux auf eine Expedition von Zaire durch Ostafrika, entlang des großen Grabenbruchs bis ans Rote Meer. Geheimnisvolle aktive Vulkane markieren die Bruchzone des afrikanischen Kontinents. Die Aufwölbung der Erdkruste in dieser Region, begleitet vom Einbrechen und Absinken riesiger Täler, veränderte vor Jahrmillionen die klimatischen Bedingungen und führte nach heutiger Auffassung zur Entwicklung des Menschen. Die ältesten Knochenfunde von Menschen stammen aus Ostafrika. Der afrikanische Graben, ein sogenanntes Riftsystem, setzt sich bis an das Rote Meer fort. In Äthiopien künden riesige Lavadecken vom Vulkanismus der Region. Am ostafrikanischen Rift wird der afrikanische Kontinent in ferner Zukunft zerbrechen und in der Afar-Senke in Äthiopien, an der Küste des roten Meeres, kann man mit Händen greifen, wie ein Ozean entsteht. Die Afar-Senke, ein weltweit einmaliger Schauplatz.
(3/5) Feuerberge - Ätna, Vesuv, Island
In Italien liegt mit dem Ätna Europas eindruckvollster aktiver Vulkan. Der Vesuv bei Neapel schweigt seit dem Ausbruch 1944. Die Zerstörung von Pompeji und weiterer Orte im Jahr 79 n. Chr. hat dem Vulkan einen Nimbus von Gefahr verliehen. In Neapel liegt auch die Wiege der wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Vulkanismus, verbunden vor allem mit dem Namen von Lord Hamilton. Neapel lebt mit einem schlafenden Vulkan, der Vesuv wird nach Meinung der Wissenschaftler irgendwann wieder explosionsartig aktiv werden. Die andere Vulkanregion Europas, Island - ein Land aus Feuer und Eis, lebt mit und von aktivem Vulkanismus. Bei Island ist der mittelatlantische Rücken, die Dehnungszone zwischen Europa und Amerika, aus der Tiefe des Atlantiks emporgestiegen. Die Isländer haben sich mit der Gefahr arrangiert, sie nutzen sogar die Glut unter ihren Füßen zur Energiegewinnung.
(4/5) Wo die Götter wohnen
Indonesien, Land der 17.000 Inseln, ist ständig von Vulkanausbrüchen bedroht. In der Region treffen zwei tektonische Platten der Erdkruste aufeinander. Für die Bewohner der indonesischen Insel Bali bedeuten Vulkane Leben. Für die Bewohner der indonesischen Insel Bali bedeuten Vulkane Leben, denn die ständigen feinen Aschenregen der Vulkane machen das Land fruchtbar. Ein großer Kult umgibt die aktiven Vulkane Batur und Agung. In einer großartigen Prozession, die alle fünf Jahre stattfindet, versuchen die Balinesen die Gottheiten, die auf den Vulkanen residieren, gnädig zu stimmen. Der Merapi auf der indonesischen Insel Java gilt als einer der gefährlichsten Vulkane der Welt. Er hat im 9. Jhd. zum Untergang des Reiches von Mataram beigetragen. Erst 1000 Jahre später, im Jahr 1850 wurde die Tempelanlage von Borobbudur freigelegt, ein grandioses Zeugnis dieser untergegangenen Kultur. Der Vulkan, an dessen Fuß die Stadt Yogyakarta liegt, wird ständig überwacht. An seinen Hängen ist die Erde fruchtbar, die Menschen wollen in den Risikozonen siedeln. Indonesien vereint moderne Vulkanforschung und lebendigen Götterglauben. Noch immer wohnen die Götter auf den Gipfeln der Vulkane.
(5/5) Der Kampf mit dem Drachen
Die Bewohner von Armero in Kolumbien glaubten nicht an eine tödliche Gefahr, als sie in Folge des Ausbruchs des Nevado del Ruiz 1985 vor Schlammlawinen gewarnt wurden. 23000 Tote waren zu beklagen. Die Bewohner von Armero in Kolumbien glaubten nicht an eine tödliche Gefahr, als sie in Folge des Ausbruchs des Nevado del Ruiz 1985 vor Schlammlawinen gewarnt wurden. 23000 Tote waren zu beklagen. Die Wissenschaftler erkannten, dass Warnungen alleine nicht genügen, sondern dass man die Menschen von den Gefahren der Vulkane überzeugen muss. In den USA wurde eine wissenschaftliche Eingreiftruppe gegründet: VDAP - Volcano Disaster Assistance Program. 1991, beim Ausbruch des Pinatubo auf den Philippinen, bestand das Team seine Bewährungsprobe. Auch Japan ist ein Land der Vulkane. Auf der Insel Hokkaido wurde mit großem finanziellen Aufwand ein Schutzsystem vor Vulkaneruptionen errichtet. Die Menschen wollen und müssen mit den Feuer speienden Drachen leben, rund um den Globus! Doch wenn riesige Aschewolken bei einem Vulkanausbruch den hellen Tag zur Nacht machen, wie wir das in dieser Sendung in Ecuador erleben, dann scheint das Ende der Welt gekommen. Vulkanismus - tödliche Temperamentsausbrüche unseres lebendigen Planeten! Wer zum Beispiel Alaska in einigen tausend Metern Höhe überfliegt, muss wissen, dass er auch dort oben nicht sicher ist vor dem Gluthauch der Vulkane.